Labor
Prüflabor
für Extrusionsprodukte
Das Labor der Jansen AG führt sämtliche prüftechnischen Aufgaben entlang der gesamten Prozesskette selbstständig durch. Von der Wareneingangs- und Produktionskontrolle bis zu projektbegleitenden Typprüfungen und Reklamationsanalysen. Geprüft werden Profile, Rohre und Schläuche nach anerkannten DIN- und ISO-Normen unter realen Betriebsbedingungen. Durch mechanische, thermische, chemische und mikroskopische Verfahren wird jede Charge systematisch bewertet. Damit verfügt Jansen über eine vollständige interne Qualitätssicherung mit dokumentierter Rückverfolgbarkeit und normkonformer Ergebnisaufzeichnung.
Aufgaben und Prüfschwerpunkte
Bei der Wareneingangsprüfung von Granulaten liegt der Fokus auf der Identität, Reinheit und Konstanz jeder Charge. Die Proben werden chargenbezogen und AQL-basiert gezogen. Typische Verfahren sind FTIR zur Materialidentifikation, MFR/MVR zur Bestimmung der Schmelzflussrate, Dichteprüfung, Wassergehaltsmessung mittels Karl-Fischer oder Trocknung sowie die Ermittlung der Schüttdichte und optische Sauberkeitskontrolle. Akzeptanzkriterien richten sich nach den Sollwerten gemäss Spezifikation oder Normblatt. Die Ergebnisse werden in einem Wareneingangsprotokoll dokumentiert, inklusive Freigabe- oder Sperrentscheid und Rückstellmuster-Kennung.
Die produktionsbegleitenden Prüfungen dienen der Überwachung eines stabilen Prozesses sowie der Mass- und Eigenschaftskonstanz in Echtzeit. Inline- und At-Line-Systeme erfassen Parameter wie Durchmesser, Ovalität, Wanddicke und Oberflächenfehler mittels Laser- oder Ultraschallmessung. Zusätzlich werden Temperatur, Druck und Liniengeschwindigkeit kontrolliert. Stichprobenweise erfolgen Off-Line-Prüfungen zu Masse, Zug- und Biegeverhalten oder zur kurzfristigen Dichtheit. Die Ergebnisse werden in SPC-Charts ausgewertet, was Eingriffe nach Regelkarten und die gezielte Chargenfreigabe ermöglicht.
Im Rahmen der Projekt- und Musterprüfungen werden neue Profile, Rohre und Schläuche sowie Rezepturen hinsichtlich Funktion und Eignung überprüft. Dazu gehören Bemusterungen in verschiedenen Entwicklungsstufen, Versuchsreihen nach dem Design-of-Experiments-Prinzip und Vergleiche mit den Anforderungen aus dem Pflichtenheft. Typische Verfahren sind Kennwertscreenings aus Zug-, Biege- und Schlagprüfungen, thermische Analysen mittels DSC/OIT, Dichtebestimmungen, Dimensionsaufnahmen, Dichtheitsprüfungen und Ringsteifigkeitstests. Die Resultate fliessen in Erstmuster- und Versuchsberichte mit detaillierten Messdaten und Bewertungen ein.
Die Reklamationsanalytik und Sonderprüfungen unterstützen die Ursachenanalyse bei Abweichungen oder Kundenreklamationen. Untersucht werden betroffene Produkte makro- und mikroskopisch, ergänzt durch Schliff- oder Mikrotomschnitte. Materialanalysen mittels FTIR und DSC, Dichtheitsprüfungen sowie mechanische Re-Tests dienen der Absicherung der Ergebnisse. Vergleichsmuster ermöglichen die eindeutige Abgrenzung zwischen Material-, Prozess- oder Handlingsfehlern. Das Labor erstellt daraus eine Schadensanalyse mit Befund, Root-Cause-Beschreibung, Korrekturmassnahmen und vollständiger Rückverfolgbarkeit.
Zur Produktzulassung und Fremdüberwachung werden alle normrelevanten Prüfungen intern vorbereitet und durchgeführt. Das Labor erstellt Vorprüfprogramme gemäss Produktnorm, bereitet Proben vor und stellt die Messmittelfähigkeit sicher. Bei externen Typprüfungen oder Audits koordiniert Jansen die Zusammenarbeit mit Prüfinstituten, organisiert Ringversuche und wertet Rückmeldungen aus. Die Ergebnisse fliessen in geprüfte Konformitätserklärungen, Zulassungsunterlagen und Überwachungsberichte ein.
Die Rückmusterverwaltung und Dokumentation gewährleistet eine lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Prüfungen. Rückstellmuster werden pro Charge eindeutig etikettiert, gelagert und zeitdefiniert archiviert. Sämtliche Prüfpläne, Protokolle, Messwerte, Zertifikate, Freigaben und Änderungen sind in einem zentralen CAQ- oder LIMS-System hinterlegt. Jedes Prüfergebnis ist eindeutig einer Charge, Produktionslinie, dem Datum und dem verantwortlichen Prüfer zugeordnet. Damit verfügt Jansen über eine strukturierte und normkonforme Dokumentationsbasis, die sowohl internen Qualitätsanforderungen als auch externen Auditkriterien entspricht.