Die Entwicklung des Stahlrohres




Das Rohr musste von Menschen nicht erst erfunden werden. Die Natur hatte sich schon längst seiner Vorteile bedient und es in ihre ästhetische und funktionell ausgewogene Baukunst einbezogen. Der «Nachbau» von Rohren erfolgte in Holz, Ton und Metallen. Aus primitiven Anfängen entwickelte sich über handwerkliche Kunst die industrielle Produktion.
Aus Bandstahl wurden längsnahtgeschweisste Rohre erstmals 1825 von Cornelius Whitehouse in England hergestellt.

Ein weiterer Engländer, James Russel, erhielt bereits 1842 ein Patent für überlappt geschweisste Stahlrohre. Die Lichtbogen-Schweissung wurde von 1905 bis 1920 eingeführt. Sie ermöglichte, Stahlrohre autogen zu schweissen. Der Deutsche Fritz Hager baute 1910 die erste Autogen-Rohrschweissmaschine. Bereits 1917 wurden in Oberriet/SG autogen geschweisste Stahlpanzerrohre für elektrische Installationen hergestellt. 1923 übernahm Josef Jansen dieses Unternehmen.

 


1928 wurde in Deutschland die erste Maschine zur Herstellung elektrisch geschweisster Stahlrohre gebaut. Ab 1930 entwickelte sich die elektrische Widerstandsschweissung. Damit ist der eigentliche Aufschwung der elektrischen Schweissung auf dem Gebiet der Röhrenherstellung und letztlich des geschweissten Stahlrohres verbunden. Auch die Firma Jansen verliess nach und nach die autogene Schweissung. Das nun einwandfreie geschweisste Stahlrohr ersetzte je länger je mehr das teure nahtlose Rohr.

Die Firma Jansen produzierte 1930 erstmals kaltgezogene Profilstahlrohre mit unsymmetrischen Querschnitten, sogenannte Lappenprofile für den Tür- und Fensterbau. Ab 1954 hielten auf dem Gebiet der Stahlrohr-Herstellung die Indukations- und Hochfrequenz-Schweissung Einzug.