Innendruckprüfung von Wasserleitungen aus PE




Erdverlegte Trinkwasserleitungen werden üblicherweise einer Druckprüfung unterzogen. Die Druckprüfung hat den Zweck, die Dichtheit des gesamten Rohrleitungssystems festzustellen. Auf Grund dieser Prüfung wird ein Protokoll erstellt, welches der Abnahme des Objektes dient. Die Druckprüfung wurde bis heute nach der EN 805 durchgeführt.
In der neuen W4 «Ergänzung» (Ausgabe März 07) des SVGW wird das anzuwendende Prüfsystem beschrieben. Nachfolgend möchten wir Sie über einige Neuerungen informieren.

Als Prüfverfahren für Kunststoffrohre gelten:


Im Folgenden wird nur auf das üblicherweise sinnvolle Kontraktionsverfahren eingegangen. Details sind der W4 «Ergänzung» zu entnehmen.


Download PDF-Datei "Jansen aktuell Innendruckprüfung von Wasserleitungen aus PE"

Download "Druckprüfungsprotokoll W4"



Kontraktionsverfahren

Die wesentlichen Neuerungen auf einen Blick

Bezug Alt
DIN V 4279-7 / EN 805
SVGW Zirkular 98-24
Neu
W4 «Ergänzung» (März 2007)
Anwendung Kontraktionsverfahren Für alle PE-Werkstoffe Auch PVC
Nennweiten Keine Nennung Max. DN 400
Rohrleitungsvolumen Keine Nennung Max. 20 m3
Halten des Prüfdruckes Während 10 Min. Während 30 Min.
Druckabfall bei Vorprüfung Max. 30% während 1 Std. Max. 20% während 1 Std.
Druckabsenkung Rasch Innerhalb 2 Min.
Faktor Luft f = 1.5 (bzw. 1.2) f = 1.05
PE 100, SDR 17 Keine Nennung Anwendung Normalverfahren empfohlen
Temperatur Rohraussenwand Max. 25°C Max. 20°C
Druckabsenkung Serie 8: 1.2 bar
Serie 5: 2 bar
PE 80, Serie 5: 2.2 bar
PE 80, Serie 3.2: 3.6 bar
PE 100, Serie 8: 2.0 bar
PE 100, Serie 5: 3.2 bar




Festlegen des Prüfabschnittes
Die Druckprüfung ist grundsätzlich mit einem höheren Druck als dem höchsten Systembetriebsdruck MDP durchzuführen. Für Versorgungsnetze ist von einem MDP nicht unter 10 bar auszugehen. Für alle Rohrleitungen ist der Systemprüfdruck STP zu bestimmen. Dieser ist an der tiefsten Stelle zu messen. Bei Höhendifferenzen von mehr als 40 m ist die Leitung in mehreren Teilabschnitten zu prüfen.



Bestimmung des Systemprüfdruckes STP

Am höchsten Punkt des Prüfabschnittes STP min. 1.1 x MDP
Bei eingerechnetem Druckstoss STP = MDPc + 1 bar
Bei nicht berechnetem Druckstoss MDPa min. DP + 2 bar
STP = MDPa x 1,5 / STP = MDPa + 5 bar
(Der kleinere Wert ist massgebend)
Rohrleitungen aus PE 100 SDR 17 max. 12 bar
Rohrleitungen aus PE 100 SDR 11 max. 21 bar




Abkürzungen

DP Betriebsdruck (Netzdruck)
MDP Max. Systembetriebsdruck (inkl. Druckstoss)
STP Systemprüfdruck
a angenommen
c berechnet
g gemessen
ab abgelassen
zul zulässig




Vorbereitung
Folgende Punkte sind u.a. zu beachten:






Druckabsenkung

PE 80 S-5, SDR 11 2.2 bar
PE 80 S-3.2, SDR 7.4 3.6 bar
PE 100 S-8, SDR 17 2.0 bar
PE 100 S-5, SDR 11 3.2 bar


Vzul [l] = Vk : 1000 · Länge der Leitung in m

Vk siehe Tabelle

∆Vg ≤ Vzul.



Durchführung der Kontraktionsprüfung



1

Entspannungsphase
Nach dem Befüllen und Entlüften der Wasserleitung ist der Prüfabschnitt während 60 Minuten drucklos zu halten. Die Rohrtemperatur darf während dem ganzen Prüfungsverlauf nicht mehr als 20°C betragen.

2

Druckaufbau
Den Systemprüfdruck STP innerhalb von 10 Minuten aufbauen, bei längeren Leitungsabschnitten notfalls mit einer Motorpumpe.

3

Druckhaltephase
Der Systemprüfdruck STP wird während 30 Minuten durch stetes Nachpumpen gehalten.

4

Ruhephase
Anschliessend folgt eine einstündige Ruhephase. In dieser Zeit verformt sich die Leitung viskoelastisch. Innerhalb 60 Minuten darf der STP max. 20% absinken. Anmerkung: Zu grosser Druckabfall deutet auf eine Undichtheit oder auf eine unzulässige Rohrwandtemperatur hin. Falls dies zutrifft, ist die Prüfung zu wiederholen.

5

Druckabsenkung / Druckabfallprüfung (Entlüftungskontrolle)
Zur Unterbrechung der weiteren viskoelastischen Dehnung der Leitung wird der Druck innerhalb von max. 2 Min. abgesenkt. Die sich aus dem gemessenen Druckabfall theoretisch ergebende Volumenänderung bei Luftfreiheit wird mit der tatsächlich gemessenen Wassermenge ∆Vg verglichen. Eine Leitung ist ausreichend luftfrei, wenn die gemessene, abgelassene Wassermenge kleiner ist, als das berechnete, maximal zulässige Wasservolumen Vzul.

6

Hauptprüfung
Die Leitung gilt als dicht, wenn im Verlauf der 30-minütigen Kontraktion die Drucklinie eine steigende bis gleichbleibende Tendenz aufweist.

7

Verlängerte Hauptprüfung
In Zweifelsfällen kann die Prüfung um 1 Stunde auf 1,5 Stunden verlängert werden. Dabei darf der Druckabfall nicht mehr als 0,25 bar vom höchsten, erreichten Wert nach der Druckabsenkung betragen.

Die Ergebnisse des Prüfungsverlaufes sollten ständig aufgezeichnet und protokolliert werden.



Zulässiges maximales Wasservolumen Vk in ml pro Meter Leitungslänge


OD / dn PE 80
(S-5/SDR 11)
PE 80
(S-3.2/SDR 7.4)
PE 100
(S-8/SDR 17)
PE 100
(S-5/SDR 11)
32 1,29 0,98 1,28
40    1,96 1,54 1,95
50 3,12 2,41 3,10
63 4,98 3,94 4,95
75 7,28 5,53 8,30 7,22
90 10,43 8,07 12,01 10,35
110 15,70 11,98 18,02 15,57
125 20,20 15,61 23,76 20,04
140 25,60 19,50 29,81 25,39
160 33,17 25,61 38,93 32,90
180 42,13 32,55 49,26 41,79
200 52,17 40,01 60,81 51,74
225 65,96 50,77 76,96 65,41
250 81,95 62,80 95,90 81,27
280 103,04 78,85 120,17 102,17
315 130,31 99,79 151,94 129,22
355 165,88 127,21 192,81 164,48
400 210,54 161,25 246,02 208,76


Kunststoffrohre besitzen die positive Eigenschaft, dass sie weder durch verschiedene Bodenarten, Kriechströme noch durch chemische Angriffe verändert werden. Kunststoff kennt keine Korrosion.
Nach erfolgter, positiver Abnahmeprüfung kann mit einer Lebenserwartung der Leitung von über hundert Jahren gerechnet werden.

Druckrohre aus unserem Sortiment:
JANOlen Druckrohre aus hochwertigem PE 100, PN 10 und PN 16 dn 32 - 400 mm
Wavin TS aus modifiziertem, geschütztem PE 100, PN 16 dn 40 - 400 mm

In unserem umfangreichen Kunststoff-Katalog finden Sie weitere technische Angaben zu unseren Produkten.